> > > > > 24.03.2007
Dienstag, 17. September 2019

Das Keller Quartett mit Kodály, Bartók und Ligeti

Zwischen Spätromantik und Folklorismus

Kunstmusik und volksmusikalische Traditionen: Unter dieses Oberthema könnte man die Konzertreihe stellen, die in insgesamt vier Kammerkonzerten das Verhältnis zwischen diesen Musikrichtungen aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die ersten beiden Veranstaltungen, vor sechs Wochen (am 10. und 11. Februar 2007) bestritten von Musikern um das Pavel Haas Quartett, fokussierten mit Werken von Bedrich Smetana (1824-1864), Antonín Dvorák (1841-1904), Leoš Janácek (1854-1928) und Pavel Haas (1899-1944) auf den tschechischen Sprachraum, während das dritte und vierte Konzert, dem Keller Quartett und dem Pianisten Dénes Várjon anvertraut, an diesem Wochenende mit Werken von Béla Bartók (1881-1945), George Enescu (1881-1955), Zoltán Kodály (1882-1967) und György Ligeti (1923-2006) das Komponieren ungarisch-rumänischer Provenienz in den Mittelpunkt stellen. In beiden Blöcken werden durch die Gegenüberstellung von Werken aus bestimmten geografischen und kulturellen Kontexten Wechselwirkungen aufgedeckt, die sich als Weitertragen bestimmter nationaler Kompositionstraditionen erkennen lassen, wobei zugleich das Festhalten oder Abrücken vom Formenkanon der Kunstmusik zu einer Reihe aufregender Synthesen führt. In der ersten Hälfte des heutigen Konzertes wurde deutlich, wie stark die Erforschung volksmusikalischer Traditionen die Musik der ungarischer Komponisten beeinflusst hat. Als einziges Werk für die traditionelle Quartettbesetzung stand Kodálys zweites Streichquartett op. 10 aus dem Jahr 1918 auf dem Programm, vom Keller Quartetts mit einer gelungenen Mischung aus zupackender Emotionalität und sensibler Klanggestaltung musiziert und dabei ganz auf die präzise Herausarbeitung der kunstvoll eingewobenen folkloristischen Bezüge und ihrer modernen Klanglichkeit ausgerichtet. Als hervorragende Ergänzung hierzu erwiesen sich die anschließend von András Keller und János Pilz mit viel Spielwitz und enormer Musikalität vorgetragenen Violinduos von György Ligeti und Béla Bartók, die als Beispiele für die künstlerisch abwechslungsreiche Verarbeitung gesammelter Volkslieder und -tänze in einem spezifisch pädagogisch motivierten Zusammenhang zugleich eine andere Schwerpunktsetzung bei der Beschäftigung mit volksmusikalischen Quellen demonstrierte.

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Kritik von Prof. Dr. Stefan Drees

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Volksmusik: Pavel Haas Quartett & Keller Quartett, Konzert III

Ort: Marktkirche,

Werke von: Béla Bartók, György Ligeti, Zoltán Kodály

Mitwirkende: Pavel Haas Quartett (Orchester)

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