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Montag, 23. September 2019

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Komische Oper Berlin, Copyright: Beek100

Komische Oper Berlin, © Beek100

Harry Kupfers ‚Fledermaus’ zurück in Berlin

Walzerdelirium

Es ist natürlich eine rundum gute Nachricht, dass in Berlin (endlich) wieder eine ‚Fledermaus’-Produktion zu sehen ist. Dass also in dieser Stadt mit drei Opernhäusern, aber keinem einzigen Operettentheater, dieser Klassiker des Wienerwalzertaumels wieder neu aufgeführt wird, um in der Adventszeit die ‚Frohe Kunde’ des Operettenglücks in der totalen Operettendiaspora zu verbreiten. Denn ansonsten sieht es in Berlin in Operettendingen ja traurig aus: An der Staatsoper setzte Peter Mussbach kürzlich die ‚Lustige Witwe’ in den Sand, die Deutsche Oper hat sich unbekannten italienischen Opern à la ‚Germania’ verschrieben und macht ums Operettenrepertoire einen Bogen, das Theater des Westens – ehemals Hort der West-Berliner Operetten- und Musicalpflege – ist seit dem Verkauf an Joop van den Ende zu einem Nachspielort von anderweits abgenudelten (unterinteressanten) Popmusicals geworden, die vorm Verramschen noch eben schnell an der Spree gezeigt werden, der Admiralspalast (wo nach dem Krieg das legendäre DDR-Metropoltheater untergebracht war) spielt nach dem nur halb geglückten ‚Dreigroschenoper’-Auftakt Tourproduktionen von eher mäßiger künstlerischer Attraktivität. Ansonsten hat die Komische Oper – das Haus, wo vor 1933 einige der glänzendsten Operettenpremieren der Gattungsgeschichte stattfanden, wie etwa 1929 ‚Das Land des Lächelns’ mit Richard Tauber – vereinzelt Operettentitel ins Repertoire genommen, die (gemessen am eigenen Anspruch des Hauses, innovatives Musiktheater zu bieten und gemessen an der eigenen ruhmreichen Operettenvergangenheit) von einer geradezu erschütternden Einfallslosigkeit sind, was die Titelwahl und Besetzung betrifft: ‚Lustige Witwe’ (ja, was sonst?), ‚Vogelhändler’ (total daneben gegangen und inzwischen abgesetzt), ‚Csardasfürstin’ (bunt aber bis zur Unkenntlichkeit entstellt) und nun als Wiederaufnahme die ‚Fledermaus’, die alte Harry Kupfer Inszenierung aus dem Jahr 1995. Aus einer Zeit also, als die Komische Oper von künstlerischen (Richtungs)krisen und Schließungsdebatten noch weitgehend unberührt war.

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Kritik von Dr. Kevin Clarke

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Wiederaufnahme von Harry Kupfers 1995er Fassung: Operettenpremiere in der Hauptstadt

Ort: Komische Oper,

Werke von: Johann Strauß, jun.

Mitwirkende: Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester), Jochen Kowalski (Solist Gesang), Mojca Erdmann (Solist Gesang), Sinéad Mulhern (Solist Gesang)

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