> > > > > 24.05.2018
Freitag, 24. Mai 2019

Chailly dirigiert das Verdi-Requiem

Graus und Zagen

Coro e Orchestra del Teatro alla Scala unter Riccardo Chailly in der Elbphilharmonie: Allein die Namen der Aufführenden klingen schon nach Musik, wenn man sie ausspricht. Und die Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Denn Chor und Orchester des weltberühmten Mailänder Opernhauses zeigten nicht nur, dass sie Giuseppe Verdis 'Messa da Requiem' einst uraufführten – im Jahr 1874 – und seitdem anscheinend nichts verlernt haben. Sie machten auch ernst mit der häufig beschworenen Opernhaftigkeit dieses so weltlich tönenden geistlichen Werkes, seiner musiktheatralischen Dramatik und Expressivität. So ließ Chailly im eröffnenden 'Requiem e Kyrie' die Streicher so behutsam ansetzen, dass die Musik wie aus dem Nichts aufstieg. Dagegen brach der Beginn des anschließenden 'Dies Irae' dann tatsächlich herein wie der 'Tag des Zorns', als würde ‚das Weltall sich entzünden‘. Allein von der Dezibelzahl her dürfte dieses Tutti manch Forte-Angabe gesprengt haben, vielleicht war es gerade noch so ein ‚fffff‘. Die physische Wirkung kam dem Sturz in einer Achterbahn gleich. Dass sich im Publikum trotzdem niemand die Ohren zuhielt, lag am erwarteten erhabenen Schrecken dieser berühmten Passage mit großer Trommel, die im Verlauf des Requiems bekanntlich mehrfacht auftritt, und an ihrer fantastischen Durchhörbarkeit, die in einer Livesituation wohl ihresgleichen suchen mag. Auch die rein klangliche Qualität vor allem des rund 90 Stimmen starken Chores der Scala (Einstudierung: Bruno Casoni) war so überwältigend, dass man die Ohren nicht abwenden konnte.

Um die komplette Kritik zu lesen, loggen Sie sich bitte mit Ihrer Email-Adresse und Ihrem Kennwort ein:

E-Mail:
Kennwort:


Sollten Sie noch kein Nutzerkonto bei klassik.com besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Mehr erfahren über den Autor

Kritik von Dr. Aron Sayed

Kontakt aufnehmen mit dem Autor

Kontakt zur Redaktion


Teatro alla Scala: Riccardo Chailly

Ort: Elbphilharmonie,

Mitwirkende: Teatro alla Scala, Coro del (Chor), Riccardo Chailly (Dirigent), Orchestra del Teatro alla Scala, Milano (Orchester)

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (5/2019) herunterladen (2900 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Jacques Offenbach: Ouvertures des opéras bouffes et comiques - Monsieur Choufleuri restera chez lui, le...

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich