> > > > > 12.04.2011
Mittwoch, 19. Februar 2020

Konzertant mit dem BR-Symphonieorchester

Onegin

Wer noch ungefähr im Ohr hat, wie nüchtern, kalt und spröde Tschaikowskys 'Eugen Onegin' 2007 unter der Leitung von Kent Nagano im Münchner Nationaltheater klang, der wird das Stück bei der konzertanten Aufführung des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons im Herkulessaal der Residenz kaum wiedererkannt haben. Jansons und sein Spitzenorchester boten einen warmen, farbenreichen und bewegenden 'Onegin' von außergewöhnlicher Qualität. Dabei zeigte Jansons, wie meisterhaft Tschaikowsky die Kunst der Instrumentation nutzte, um feinste seelische Regungen zu malen. Wird das Innenleben der Figuren so feinfühlig und spannungsreich entfaltet wie an diesem Abend, so stellt es überhaupt keine Einbuße dar, dass die Oper nur konzertant dargeboten wird. Tschaikowsky wählte für sein auf Alexander Puschkins Versroman basierendes Werk die Bezeichnung "Lyrische Szene in drei Akten". Da die Sänger auswendig vortrugen und keine Noten in der Hand halten mussten, konnten sie die szenische Aktion immerhin andeuten. Das genügte vollauf. Wichtiger aber: Jansons entfaltete mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit die unterschiedlichen Stimmungen dieser sieben lyrischen Szenen aufs Schönste. Die leichte Heiterkeit der Eingangsszenen gelingt ihm dabei ebenso gut wie die eisige, tieftraurige Atmosphäre des dritten Aktes, die Opulenz des Festes im Hause Gremin gerade so eindringlich wie die hitzige Anspannung und Verzweiflung am Ende der Oper.

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Kritik von Christian Gohlke



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Tschaikowsky: Eugen Onegin: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Ort: Residenz,

Werke von: Peter Tschaikowsky

Mitwirkende: Mariss Jansons (Dirigent), Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (Orchester), Marina Prudenskaja (Solist Gesang), Bo Skovhus (Solist Gesang), Michail Petrenko (Solist Gesang), Guy de Mey (Solist Gesang)

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