> > > > > 06.02.2011
Mittwoch, 20. September 2017

René Jacobs und die Akademie für Alte Musik Berlin

Des einen Freud, des andern Leid

"Sie war liebenswürdig, und Er liebte sie; Er aber war nicht liebenswürdig, und Sie liebte ihn nicht." Mit diesem Motto Heinrich Heines ließe sich der Grundkonflikt von 'Aci, Galatea e Polifemo' HWV 72 zusammenfassen. Die "Serenata à tre" von Georg Friedrich Händel (nach einem Text von Nicola Giuvo) geht zurück auf eine Handlung aus Ovids Metamorphosen: Aci und Galatea, ein Königssohn und eine Nymphe, sind beide liebenswürdig und lieben einander, während der ebenfalls liebende, aber ekelhafte und gewalttätige Riese Polyphem von Galatea verschmäht wird. Eifersüchtig auf der andren Liebesglück erschlägt er schließlich Aci. Galatea bittet daraufhin ihren Vater Nereus, Aci in eine Quelle zu verwandeln; die Bitte wird gewährt. Das Flüsschen wird zum unsterblichen, murmelnden Zeugen der Gewalttat, und in der völligen Verflüssigung bleibt eine Möglichkeit zur schlussendlichen Vereinigung der Liebenden. Händel und Giuvo haben aus dieser knappen, brachialen Handlung aber kein tragisches Rührstück gemacht; durch das arkadische Liebes- und Seelenvokabular der eleganten Verse ist ein so komplexes wie heiteres Stück entstanden.

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Kritik von Tobias Roth

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Aci, Galatea e Polifemo: Serenata à tre von Georg Friedrich Händel

Ort: Deutsche Staatsoper,

Werke von: Georg Friedrich Händel

Mitwirkende: René Jacobs (Dirigent), Akademie für Alte Musik Berlin (Orchester), Marcos Fink (Solist Gesang), Vivica Genaux (Solist Gesang), Sunhae Im (Solist Gesang)

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