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Details zu Brixi, Franz Xaver: Orgelkonzerte Nr. 1 - 8
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Kritik zu Brilliant classics: Brixi, Franz Xaver: Orgelkonzerte Nr. 1 - 8

Frühklassische Orgelkonzerte


Christian Vitalis, 25.07.2007


Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 





Franz Xaver (Frantisek Xaver) Brixi (1732-1771) war nicht nur hochangesehener Organist und Kapellmeister in seiner Geburtsstadt Prag, sondern auch ein fruchtbarer Komponist, dessen Schaffen, das stilistisch der Übergangszeit zwischen Barock und Klassik zuzuordnen ist, diskographisch jedoch noch sehr bescheiden dokumentiert ist. Gleich in die Vollen geht das Label Brilliant, für seine preisgünstigen Sammelboxen bekannt, das alle acht Orgelkonzerte Brixis von Christian Schmitt und den von Nicol Matt geleiteten European Chamber Soloists hat einspielen lassen. Ein Mammutprojekt war das jedoch nun auch wieder nicht; die Konzerte lassen sich bequem auf zwei CDs unterbringen. Mit derselben Besetzung ist bei Brilliant übrigens bereits eine Einspielung der Orgelkonzerte Händels erschienen.

Erste Gesamteinspielung

Zwar liegen Brixis Orgelkonzerte vereinzelt bereits in Aufnahmen vor, bei der vorliegenden Doppel-CD handelt es sich aber um die erste Gesamteinspielung. Die Konkurrenz ist dennoch – verglichen mit der Händel-Box – vergleichsweise gering. Die Musik bestätigt die musikgeschichtliche Position Brixis: Die Konzerte sind ausnahmslos dreisätzig, in ‚unkomplizierten’ Dur-Tonarten gehalten und von überschaubarer Ausdehnung. Bereits Händel schrieb Konzerte dieses Formats für den Gebrauch in der Liturgie; seine Konzerte sind in formaler Sicht als Modell noch deutlich zu erkennen. Musikalisch gesehen sind wir bei den wohl um 1760/70 entstandenen Werken jedoch bereits in der Klassik angekommen; besonders deutlich wird das in den Konzerten, in denen Pauken und Trompeten, die noch ein barockes Flair verbreiten, schweigen. Die Musik ist schön anzuhören, ohne jedoch dabei – etwa durch das Beschreiten experimenteller Wege – nachhaltig im Ohr haften zu bleiben; ein Stück wie der Mittelsatz des achten Konzerts, das durch die konsequente Pizzicato-Begleitung in Erinnerung bleibt, ist eher die Ausnahme.

Engagierte Darstellung

Christian Schmitt und die Orchestermusiker legen sich hörbar ins Zeug für die unbekannten Konzerte, die Interpretationen sind allesamt frisch und von Leben durchpulst. Der transparente und eher intime Klang der Weimbs-Orgel zu Zeltingen-Rachtig passt gut zum nicht weniger durchsichtigen Klang des angemessen klein besetzten Orchesters. In technischer Sicht befinden sich die Musiker auf hohem Niveau. Es sind lediglich kleinere interpretatorische Details, bei denen man das Gefühl hat, hier hätte man durch schärfere Konturen mehr aus den Kompositionen herausholen können. Mal ist es ein etwas zu behäbiger Auftakt, dann eine zu wenig abgesetzte Tonwiederholung. Vielleicht ist das dem Umstand zu verdanken, in kurzer Zeit alle acht Konzerte eingespielt zu haben. Das belebte und bewegende Spiel tröstet einen jedoch leicht über diese Kritikpunkte hinweg.

Klangliche Transparenz

Der Klang der 2006 entstandenen Aufnahmen ist natürlich, klangscharf und direkt, gut durchhörbar und hervorragend gelungen in der Balance zwischen Orgel und Orchester. Der – durchaus umfangreiche – Einführungstext liegt leider nur in englischer Sprache vor. Neben einer biographischen Skizze finden sich auch ein Interview mit dem Solisten, die Disposition der Orgel sowie – das ist löblich – eine Würdigung der Arbeit des Verlages Butz in St. Augustin, bei dem sämtliche Konzerte zum Teil in Erstausgaben erschienen sind. Bedenkt man, dass andere Labels bisweilen angestaubte Aufnahmen komplett ohne Booklet zu einem höheren Preis verkaufen, kann man gegen diese preisgünstige Produktion angesichts lediglich marginaler Kritikpunkte kaum etwas einwenden. Zumal die Musik auf jeden Fall eine Entdeckung wert ist und sich die Konzerte auf vergleichbar hohem Niveau bewegen. Da belastet man sich auch bei einer Gesamteinspielung nicht mit unnötigem Beiwerk.

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