Das Neujahrskonzert zum Jahreswechsel 2003 bot dem Alt - Wiener - Strauss - Ensemble unter der Leitung von Ralph Kulling eine gute Gelegenheit, ihre sechste CD aufzunehmen.
Der Name des Ensembles verrät uns bereits den musikalischen Hauptteil der CD: Kompositionen von Johann Strauss sen. und seinen drei Söhnen Johann, Josef und Eduard.
Damit aber nicht genug – weitere Titel von Hector Berlioz, Franz von Suppé, Gioacchino Rossini und eher unbekannteren aber nicht weniger erstklassigen Komponisten (Johann Mayer, Vincenz Stelzmüller, Léo Delibes) runden das abwechslungsreiche Programm ab.
Während den 16 Titeln kommt kein einziger Hauch von Langweile auf. Feinfühlige Interpretation bei den elegischen Stellen, akzentuierte und schwungvolle Umsetzung der Prestoteile und eine wunderschön ästhetische Singstimme der Mezzo-Sopranistin Maria Theresa Ullrich, die sich über jegliche technische Schwierigkeit erhaben zeigt, machen die CD zu einem kurzweiligen Hörerlebnis. Die Instrumentalisten beherrschen jene Leichtigkeit im Spiel und in der Fingerfertigkeit, die selbst den größten ‘Tanzmuffel’ zum Tanzen der Walzer und Polkas animiert.
Die Zusammenstellung der Titel muss ebenfalls gelobt werden: Galopp, Walzer und Polka in sinnvollem Wechsel, instrumentale und vokal-instrumentale Stücke sind bunt auf der Playliste verteilt. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass alle Arrangements dieser CD von Ralph Kulling stammen.
Bei der Aufnahme handelt es sich nicht um eine Live-Aufnahme des Konzerts, sondern um einen Mitschnitt vom Oktober 2002 der, wie auch die restlichen fünf CDs der Formation, beim Label HERA veröffentlicht wurden.
Die Gestaltung des Covers und der Hülle weicht von der herkömmlichen Plastikbox ab und ist als modern wirkende beidseitig klappbare Hülle aus Pappe konstruiert. Somit ist der Platz, auf dem inhaltliche Informationen gegeben werden können sehr reduziert. Eine Seite informiert den Leser auf einer Seite der aufklappbaren Hülle über den Arrangeur und musikalischem Leiter Ralph Kulling, auf einer weiteren Seite wird die Sängerin Maria Theresa Ullrich vorgestellt und die restlichen Seiten sind der Geschichte und den Spielern des Ensembles gewidmet. Wer also ausführliche Informationen zur Musik und deren Geschichte erwartet ist mit dieser CD schlecht bedient.
Vom editorischen Wert abgesehen handelt es sich hierbei um eine aufnahmetechnisch sowie spielerisch und musikalisch hochwertige CD, die das Wiener Blut erneut in den Adern des Zuhörers fließen lässt. |