> > > Pamela Thorby und Elizabeth Kenny spielen: Werke fr Blockflte & Laute von Philidor, Dieupart, Couperin u.a
Sonntag, 21. Dezember 2014

Pamela Thorby und Elizabeth Kenny spielen - Werke fr Blockflte & Laute von Philidor, Dieupart, Couperin u.a

Delikatessen


Label/Verlag: Linn Records
Detailinformationen zur Platte


Franzsische Fltenmusik mit Lautenbegleitung: Einige interessante Kompositionen des Barock in einer charmanten und unaufgeregten Einspielung mit Pamela Thorby und Elizabeth Kenny.

Die englische Blockflötistin Pamela Thorby hat sich in der Vergangenheit mit einigen beachtenswerten Veröffentlichungen positioniert, zum Beispiel mit Händel-Sonaten, begleitet vom famosen Richard Egarr, aber auch mit einem programmatisch interessanten Beitrag zum Renaissance-Repertoire gemeinsam mit dem vielseitigen Harfenisten Andrew Lawrence-King.

Nun stellt sie im Zusammenspiel mit der Lautenistin Elizabeth Kenny – bestens bekannt unter anderem als profilierte Stütze des Orchestra of the Age of Enlightenment – eine Platte mit französischer Instrumentalmusik des späten 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts vor. Im Zentrum stehen Suiten von Charles Dieupart (ca. 1667-ca. 1740) und Louis Caix d’Hervelois (1680-1759), ergänzt um eine Sonate von Anne-Danican Philidor (1681-1728) und gegliedert von reinen Lautenkompositionen des bedeutenden Robert de Visée (ca. 1650-1725), einem der maßgeblichen Protagonisten des breit arpeggierenden, perkussiven ‚style brisé’. Eine interessante Mischung also.

In den Suiten werden – dezent, kontrolliert expressiv, mit aller für den französischen Stil der Zeit typischen Mäßigung – feine Tanzcharaktere ausgeformt, getragen von kontrollierter Virtuosität. Eleganz und der gezielt gesetzte, gut dosierte Affekt stehen klar im Zentrum des ästhetischen Repertoires.

Beide Instrumentalistinnen auf hohem Niveau

Die beiden Instrumentalistinnen bewegen sich sehr selbstverständlich in diesem charmanten Repertoire: Pamela Thorby spielt beweglich, technisch ohne Anstrengung und makellos. Ihre Artikulation ist dezidiert und avanciert in enger Interaktion mit Elizabeth Kenny zu einem zentralen gestalterischen Element der Interpretation – die oft knappen Sätze gewinnen so eine ausgeprägte Charakteristik und schützen die Auffassung der Suiten vor gefälliger Beliebigkeit.

Thorby setzt die solistische Flöte nicht künstlerisch dominant ein – auch wenn das ansonsten komplette und ausgewogene Klangbild die Flöte gelegentlich allzu deutlich zu präsentieren scheint –, sondern im steten Wechselspiel mit dem komplex mitwirkenden Begleitinstrument. Besondere Erwähnung verdienen die zu Gehör kommenden Instrumente: Pamela Thorby spielt verschiedene Nachbauten historischer Vorbilder. Wirkt die Sopranblockflöte bei allem unbeschwerten Klang noch etwas monochrom, zeigen die Alt- und vor allem die verschiedenen Tenorblockflöten eine sehr homogene Klanggestalt, vielleicht ohne die Leichtigkeit der hohen Schwester, dafür aber elegant zum Klang der Begleitinstrumente passend.

Elizabeth Kenny liefert in der instrumentalen Begleitung – wenn diese Abgrenzung denn bei den zu bewältigenden Aufgaben überhaupt Sinn hat – die ganze Bandbreite von inniger Dezenz bis zur perkussiven Attacke. Hier zeigt sie, dass sie zu transparentem, die Strukturen perfekt abbildendem Spiel befähigt ist. Bei den solistischen Sätzen von Robert de Visée nutzt sie dagegen die Möglichkeiten, vollgriffige Akkordik und delikate Melodik mit großer technischer Reife einzusetzen.

So entsteht in der Summe eine sehr gelungene Einspielung, die den vielleicht nicht immer schwergewichtigen, dafür aber anmutigen und charmanten Kompositionen ohne interpretatorischen Druck Leben einhaucht. Technisch souverän, uneitel im Zusammenspiel und zugleich mit differenziertem Ansatz zeigen sich Pamela Thorby und Elizabeth Kenny als versierte Stilistinnen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Weitere CD-Besprechungen zum Label Linn Records:

  • Zur Plattenkritik... Bruckners Zweite als Ensemblemusik: Bruckners Zweite in einer Bearbeitung fr Ensemble: mehr Licht als Schatten. Weiter...
    (Dr. Aron Sayed, 30.09.2014)
  • Zur Plattenkritik... Gren des zweiten Blicks: Groe Komponisten der Tudor-Zeit in einem interessanten Programm, mit einem Schwerpunkt abseits der groen Namen. Das Ensemble Magnificat berzeugt mit feiner Vokalkunst. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, 26.08.2014)
  • Zur Plattenkritik... Feinheiten und Rafinessen: Eine musikalisch sehr gute und in der kammermusikalisch reduzierten Darstellung symphonischer Musik intime und durchsichtige Interpretation von Mahlers Vierter Sinfonie und Debussys 'Prlude l'aprs-midi d'un faune'. Weiter...
    (Dr. Claudia Maria Korsmeier, 04.07.2014)
blättern

Alle Kritiken von Linn Records...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Matthias Lange:

  • Zur Plattenkritik... Aus aller Welt: Eine wunderbar leichte Platte mit Arrangements von Liedern aus aller Welt, kongenial gesungen von den King's Singers. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, 21.12.2014)
  • Zur Plattenkritik... Groer Wurf: Orgelmusik von Michael Praetorius und etlichen weiteren Komponisten des norddeutschen Orgelbarock, rundum berzeugend gespielt von Friedhelm Flamme auf einer faszinierenden Orgel. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, 16.12.2014)
  • Zur Plattenkritik... Trauergabe: Die Kthener Trauermusik von Johann Sebastian Bach, schlssig rekonstruiert und sehr delikat geboten von Raphal Pichon und seinem Ensemble Pygmalion. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, 15.12.2014)
blättern

Alle Kritiken von Dr. Matthias Lange...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Plattenkritik... Meister der Instrumentation: Die erste Folge einer Einspielungsreihe von Telemanns Konzerten mit gemischten Soloinstrumenten ist uerst abwechslungsreich und zauberhaft musiziert. Weiter...
    (Christiane Bayer, 21.12.2014)
  • Zur Plattenkritik... Aus aller Welt: Eine wunderbar leichte Platte mit Arrangements von Liedern aus aller Welt, kongenial gesungen von den King's Singers. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, 21.12.2014)
  • Zur Plattenkritik... Dinner for Mozart: Der 90-jhrige Menahem Pressler bittet in Zusammenarbeit mit Paavo Jrvi das Publikum zu einem charmanten Mozart-Men. Weiter...
    (Daniel Eberhard, 20.12.2014)
blättern

Alle CD-Kritiken...

Denkmalrtsel

Anzeige

Magazine zum Downloaden

harmonia mundi magazin (11/2014) herunterladen (2900 KByte) CLASS aktuell (4/2014) herunterladen (4558 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Aulis Sallinen: Sonata per Violoncello e Piano, op. 86 - IV. Il modo grave e lirico - Epilogo

Radio starten

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Anette Maiburg im Portrait "Ich hole mir die Welt an den Niederrhein"
Anette Maiburg, Querfltistin und Knstlerische Leiterin des Niederrhein Musikfestivals, ber das zehnjhrige Jubilum des Musikfestes

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich