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Samstag, 20. September 2014

Pamela Thorby und Elizabeth Kenny spielen - Werke fr Blockflte & Laute von Philidor, Dieupart, Couperin u.a

Delikatessen


Label/Verlag: Linn Records
Detailinformationen zur Platte


Franzsische Fltenmusik mit Lautenbegleitung: Einige interessante Kompositionen des Barock in einer charmanten und unaufgeregten Einspielung mit Pamela Thorby und Elizabeth Kenny.

Die englische Blockflötistin Pamela Thorby hat sich in der Vergangenheit mit einigen beachtenswerten Veröffentlichungen positioniert, zum Beispiel mit Händel-Sonaten, begleitet vom famosen Richard Egarr, aber auch mit einem programmatisch interessanten Beitrag zum Renaissance-Repertoire gemeinsam mit dem vielseitigen Harfenisten Andrew Lawrence-King.

Nun stellt sie im Zusammenspiel mit der Lautenistin Elizabeth Kenny – bestens bekannt unter anderem als profilierte Stütze des Orchestra of the Age of Enlightenment – eine Platte mit französischer Instrumentalmusik des späten 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts vor. Im Zentrum stehen Suiten von Charles Dieupart (ca. 1667-ca. 1740) und Louis Caix d’Hervelois (1680-1759), ergänzt um eine Sonate von Anne-Danican Philidor (1681-1728) und gegliedert von reinen Lautenkompositionen des bedeutenden Robert de Visée (ca. 1650-1725), einem der maßgeblichen Protagonisten des breit arpeggierenden, perkussiven ‚style brisé’. Eine interessante Mischung also.

In den Suiten werden – dezent, kontrolliert expressiv, mit aller für den französischen Stil der Zeit typischen Mäßigung – feine Tanzcharaktere ausgeformt, getragen von kontrollierter Virtuosität. Eleganz und der gezielt gesetzte, gut dosierte Affekt stehen klar im Zentrum des ästhetischen Repertoires.

Beide Instrumentalistinnen auf hohem Niveau

Die beiden Instrumentalistinnen bewegen sich sehr selbstverständlich in diesem charmanten Repertoire: Pamela Thorby spielt beweglich, technisch ohne Anstrengung und makellos. Ihre Artikulation ist dezidiert und avanciert in enger Interaktion mit Elizabeth Kenny zu einem zentralen gestalterischen Element der Interpretation – die oft knappen Sätze gewinnen so eine ausgeprägte Charakteristik und schützen die Auffassung der Suiten vor gefälliger Beliebigkeit.

Thorby setzt die solistische Flöte nicht künstlerisch dominant ein – auch wenn das ansonsten komplette und ausgewogene Klangbild die Flöte gelegentlich allzu deutlich zu präsentieren scheint –, sondern im steten Wechselspiel mit dem komplex mitwirkenden Begleitinstrument. Besondere Erwähnung verdienen die zu Gehör kommenden Instrumente: Pamela Thorby spielt verschiedene Nachbauten historischer Vorbilder. Wirkt die Sopranblockflöte bei allem unbeschwerten Klang noch etwas monochrom, zeigen die Alt- und vor allem die verschiedenen Tenorblockflöten eine sehr homogene Klanggestalt, vielleicht ohne die Leichtigkeit der hohen Schwester, dafür aber elegant zum Klang der Begleitinstrumente passend.

Elizabeth Kenny liefert in der instrumentalen Begleitung – wenn diese Abgrenzung denn bei den zu bewältigenden Aufgaben überhaupt Sinn hat – die ganze Bandbreite von inniger Dezenz bis zur perkussiven Attacke. Hier zeigt sie, dass sie zu transparentem, die Strukturen perfekt abbildendem Spiel befähigt ist. Bei den solistischen Sätzen von Robert de Visée nutzt sie dagegen die Möglichkeiten, vollgriffige Akkordik und delikate Melodik mit großer technischer Reife einzusetzen.

So entsteht in der Summe eine sehr gelungene Einspielung, die den vielleicht nicht immer schwergewichtigen, dafür aber anmutigen und charmanten Kompositionen ohne interpretatorischen Druck Leben einhaucht. Technisch souverän, uneitel im Zusammenspiel und zugleich mit differenziertem Ansatz zeigen sich Pamela Thorby und Elizabeth Kenny als versierte Stilistinnen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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