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Samstag, 21. Januar 2017

Catoire, Georgy - Werke für Violine & Klavier

Berufene Anwälte


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Anna Zassimowa und Laurent Albrecht Breuninger widmen sich der vergessenen Werke Georgij Katuars mit voller Hingabe.

Die Musik von Georgij Katuar erschließt sich teilweise nicht unbedingt beim ersten Anhören. Besonders ein Werk wie die zweite Violinsonate: Ein einziger Satz von über 20 Minuten Dauer, rhythmisch immer fließend, voller Takt- und Tempowechsel, dafür aber ohne markante Themen und klar abgegrenzte Formteile. Stattdessen gibt es kurze Motive, die ausgiebig verarbeitet werden. Die Orientierung fällt also zunächst etwas schwer.

Da ist es sehr zu begrüßen, dass Anna Zassimowa und Laurent Albrecht Breuninger Katuars Werk durch ihr kontrastreiches Spiel quasi gliedern. Hier besteht auch ein deutlicher Unterschied zu einer bereits über 60 Jahre alten Aufnahme mit David Oistrach und Aleksandr Goldenweiser, dem Widmungsträger des Werkes. Wie im Rausch spannten die über das Werk einen einzigen Bogen, wobei Oistrachs legendärer Ton dem Ganzen vibrierende Intensität verlieh. Doch bei Breuninger und Zassimowa treten viel mehr Details hervor, unterschiedliche Stimmungen werden viel stärker betont. Zumal in lyrischen Abschnitten haben sie oft die Nase vorn. Andererseits fassen auch sie Katuars Musik nicht gerade mit Fingerspitzen an, sondern lösen ihren expressiven Anspruch voll ein.

Zugänglicher als die 'Gedicht‘ überschriebene zweite Violinsonate sind die übrigen Werke der CD, die bei CPO erschienen ist: Die erste Violinsonate in h-Moll, die Elegie sowie eine für Violine und Klavier bearbeitete Romanze, ein Begriff, der in der russischen Literatur meist dem deutschen Lied entspricht.

Die Pianistin Anna Zassimowa setzt sich sehr eifrig für die vergessenen Werke Katuars ein, dem man auch unter der französischen Schreibweise Georges Catoire oder, wie auf dieser CD, als Georgy Catoire begegnet. Zum wiederholten Male legt sie mit ihrer neuen Platte Einspielungen vor, und auch als Musikwissenschaftlerin hat sie bereits über Katuar publiziert. Sollte das Interesse an seinen Werken tatsächlich wieder zunehmen, wird das vermutlich auf Anna Zassimowas Einsatz zurückzuführen sein. – Ein später Glücksfall für den Komponisten, dass er in ihr eine so überzeugende Anwältin gefunden hat. Denn ihr Anschlag entlockt dem Flügel bald zerbrechlich zarte, bald stürmisch drängende Klänge, mit allen Nuancen, die man sich zwischen diesen Polen denken kann. In diesem Fall kommt hinzu, dass auch das Duo mit Laurent Albrecht Breuninger klanglich bestens funktioniert.

Auch den Begleittext im Beiheft hat Anna Zassimowa selbst verfasst und offenbart natürlich genaue Kenntnisse. Leider sind die Beschreibungen der einzelnen Werke dennoch recht kurz. Klanglich erzeugt die Aufnahme den Eindruck eines größeren Raumes, wobei die Violine eindeutig, vielleicht ein wenig zu sehr in den Vordergrund gerückt ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Catoire, Georgy: Werke für Violine & Klavier

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
10.12.2009
EAN:

761203737826


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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