> > > Garden of early delights: Werke fr Blockflte & Harfe von Ortiz, van Eyck u.a
Dienstag, 7. Juli 2015

Garden of early delights - Werke fr Blockflte & Harfe von Ortiz, van Eyck u.a

Freie Entfaltung


Label/Verlag: Linn Records
Detailinformationen zur Platte


Flte und Harfe: Pamela Thorby und Andrew Lawrence-King mit einem feinen und sensibel interpretierten Instrumentalprogramm.

Der ästhetische Ertrag eines Konzerts oder einer Aufnahme ist nicht selten dann am größten, wenn sich die Protagonisten nicht verzweifelt mit der x-ten Wiederholung am bekannten Repertoire abmühen – sondern wenn sie aus der Fülle ihrer interpretatorischen und spieltechnischen Erfahrungen schöpfen, das Ganze mit einem intellektuell ambitionierten Ansatz verbinden und damit allzu enge programmatische Fesseln abwerfen. Schöne Beispiele dafür finden sich unter den Akteuren der Alten Musik immer wieder, etwa Stephen Stubbs und sein Teatro Lirico oder Jordi Savall mit seinen ambitionierten Konzeptalben.

Auch der Harfenist Andrew Lawrence-King ist auf diese Weise vernehmlich hervorgetreten, etwa mit einem Projekt zu alten Liedern der Kanalinsel Guernsey, gemeinsam mit Paul Hillier aufgenommen. Auf der vorliegenden Platte hat sich der entdeckungsfreudige Instrumentalist mit der Blockflötistin Pamela Thorby einer interessanten Auswahl von Instrumentalwerken des 16. und 17. Jahrhunderts gewidmet. Das Programm wird von Kompositionen des Spaniers Diego Ortiz (ca. 1510–1570) gerahmt, gewissermaßen auch als musikalische Vorlage. Ortiz verwies in einem Traktat aus dem Jahr 1553 auf drei Arten, auf die verschiedene Instrumente zusammenspielen könnten: In freier Erfindung, in Variationen über einem sich wiederholenden harmonischen Grundmodell oder in dekorativ überformten Versionen bekannter Madrigale. Damit stecken Thorby und Lawrence-King den Rahmen für die Platte ab, die ein weites Feld ausleuchtet: Neben Ortiz stehen unter anderem technisch und expressiv herausfordernde Stücke von Jacob van Eyck (ca. 1590–1657), John Dowland (1563–1626), Johann Schop (1590–1664) oder Giovanni Bassano (ca. 1558–1617). Van Eycks Musik ist dabei Abbild des Möglichen, für die Flöte solistisch und im Zusammenwirken mit einem flexiblen Begleitinstrument, Dowland und Schop sind dabei mit Sätzen aus der Sphäre der Trauer vertreten, stimmungsvoll und mit üppiger Chromatik.

Feingeister

Pamela Thorby hat sich mehrfach als exzellente Stilistin und Technikerin erwiesen, etwa in einer Aufnahme der Händel-Sonaten im Zusammenspiel mit Richard Egarr. Sie verfügt über eine tolle Beweglichkeit und Geläufigkeit, kultiviert einen leichten, drucklosen Ton. Alles musikalische Können steht aber nicht selbstgefällig für sich, sondern wird in weit schwingende und großzügige Phrasen eingebettet.

Andrew Lawrence-King agiert sensibel und vielseitig, bringt sein technisches Können gleichfalls ein, gestaltet geduldig, findet schließlich zu sehr delikaten, kontemplativen Harfensoli. Im instruktiven Booklettext zeigt er sich als auch intellektuell potenter Interpret.

Besondere Erwähnung verdient das vorzügliche Klangbild: Schmale Besetzungen, zumal solche mit einem Soloinstrument in hoher Lage, neigen zu konzentrierter, allzu fokussierter Enge. Ganz im Gegensatz dazu das Konzept von Linn Records: Der Klang ist voll, plastisch, von großer Klarheit, gut strukturiert und dabei trotz der schmalen Besetzung nicht eindimensional.

Thorby und Lawrence-King interpretieren genau und großzügig zugleich, sind von Kreativität und Entdeckergeist getragen und stellen ein feines und zugleich frisches Programm in einer eigenständigen Perspektive vor.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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