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Details zu SZYMANOWSKI Karol, Baeva-violin: Violinkonzerte Nr. 1 & 2
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Kritik zu DUX: SZYMANOWSKI Karol, Baeva-violin: Violinkonzerte Nr. 1 & 2

In Szymanowskis Reich


Dr. Stefan Drees, 06.07.2008

SZYMANOWSKI Karol, Baeva-violin: Violinkonzerte Nr. 1 & 2
Label: DUX , VÖ: 03.04.2008
Spielzeit: 49:32


Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 





Es ist wieder einmal eine jener Verpackungen, vor denen mir so sehr graust: Auf der Front des Kartongehäuses ist die 23-jährige Geigerin Alena Baeva abgebildet, schlägt man die Hülle dann auf, sieht man sie gleich zweimal, nämlich erneut wie auf der Coverabbildung ihr Instrument anlächelnd und rechts daneben mit ernsterem Blick den Betrachter fixierend, und blättert man schließlich weiter, um zur CD zu gelangen, wird man mit zwei weiteren Varianten dieser Fotografien konfrontiert. Ob dieses Übermaß an visueller Präsenz tatsächlich notwendig ist, darf eigentlich bezweifelt werden, denn es handelt sich hier nicht etwa um das Portfolio zu einem Fotoshooting, sondern um eine Einspielung der beiden Violinkonzerte von Karol Szymanowski mit der Joseph Elsner-Philharmonie Opole (Orkiesstra Symfoniczna Filharmonii Opolskiej im. Józefa Elsnera) unter Leitung von Boguslaw Dawidow. Das polnische Label Dux hat mit der Wahl dieser Interpreten letzten Endes gutes Gespür bewiesen, denn das Ergebnis ist recht gut geworden und hätte einer solch übermäßigen Bebilderung überhaupt nicht bedurft.

Orchester und Solistin agieren im Violinkonzert Nr. 1 op. 35 (1916) gleichermaßen klangvoll als gleichwertige, gut gegeneinander ausbalancierte Partner. Gelungen ist hier die dynamische Zeichnung innerhalb des Orchesters, aus dem sich immer wieder Klangfäden lösen, um mit der Solistin zu dialogisieren, gelungen sind aber auch jene Stellen, an denen der Solovortrag fast unmerklich aus dem solistischen Auftreten von Orchesterstimmen herauswächst, um sich dann eigenständig zu entfalten. Solche Passagen kämen indes noch viel besser zur Geltung, wenn das orchestrale Gewebe einen höheren Grad an Transparenz aufweisen würde. Stattdessen bleibt der Gesamtklang häufig ein wenig undurchsichtig oder weist ein gewisses Maß an Basslastigkeit auf. Dennoch bleibt das Spiel der jungen Geigerin sehr präsent, die Einzelheiten ihres Parts sind durchweg gut hörbar, was sie mit differenzierter Wiedergabe unterstreicht, die Ausdruckshaltungen von schwelgerisch-verträumt bis hin zu deklamatorisch-intensiv permanent variierend.

Mit sinnlicher Tongebung formt Baeva ihren Part, ohne dabei zu übertreiben, findet aber auch den Weg zu schlichterem Tonfall, wo dies musikalisch angebracht ist. Besonders schön setzt sie Aufgabenstellungen wie jene der fein gearbeiteten Flageolettpassagen um, die etwa am Ende des Werkes in die leise verhuschende Schlussgeste münden. Auch den wesentlich kraftvolleren Part des Violinkonzerts Nr. 2 op. 61 (1933) mit seinen von folkloristischen Spieltechniken inspirierten Eskapaden vermag die Geigerin überzeugend zu realisieren, selbst wenn man sich hier bisweilen markantere Akzentuierungen wünschen könnte. Heikel bleibt zudem – und dies teilt Baeva mit vielen anderen Interpreten des Werkes – die Wiedergabe der Kadenz mit ihrem extensiven Doppelgriffspiel und den hohen Anforderungen an die Intonation. Trotz kleiner Schwächen ist aber dennoch eine gelungene Platte dieser beiden wunderschönen und vom kompositorischen Ansatz her so unterschiedlichen Violinkonzerte entstandenen – empfehlenswert für alle, die sie noch nicht besitzen und sich überlegen, in das lohnenswerte Reich von Szymanowskis Musik einzutreten

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