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Details zu Onslow, George: Klaviertrio op. 14 Nr. 2
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Kritik zu cpo: Onslow, George: Klaviertrio op. 14 Nr. 2

Neue Raritäten von Onslow


Christiane Bayer, 25.10.2007


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Das Label cpo hat in letzter Zeit schon einige ganz hervorragende Onslow-Einspielungen auf den Markt gebracht, die das kammermusikalische Oeuvre des lange Zeit verkannten Komponisten näher beleuchten. Das Trio Cascades hat 2003/2004 alle Klaviertrios Onslows neu eingespielt, von denen auf der vorliegenden CD die Werke op. 14 Nr. 2 und op. 27 erklingen. Letzteres widmete der Komponist der renommierten Pianistin Charlotte de Malléville, die von ihm als Interpretin seiner Stücke sehr geschätzt wurde. Der Widmungsträger des op. 14 ist leider nicht mehr überliefert, und so ist einzig bekannt, dass es im Jahr 1818 entstand. Das Stück beginnt mit einem klassischen Allegro, dessen gewissenhafte Durchführung deutlich Beethovens Einfluss auf Onslow zeigt. Im dritten Satz verarbeitet er ein Volkslied aus der Auvergne, welches er mit viel Geschick in den klassischen Aufbau einfügt. Das Finale ist dann ein melodieseeliger Rausch, dessen feine Instrumentation seine ganze Meisterschaft erkennen lässt.

Onslow hatte sich fast vollständig der Kammermusik verschrieben und komponierte zu einer Zeit Instrumentalwerke als in Frankreich und besonders in Paris die Oper das Maß aller Dinge war. Doch Onslow ließ sich von Modeerscheinungen nie wirklich beeinflussen, sondern suchte eher seinen eigenen Weg. So verbrachte er den Großteil seines Lebens auf seinem Landgut in Clermont, wo er weitläufige Ländereien unterhielt und bewirtschaftete. Mit seinem musikalischen Talent sah er sich in der Tradition des gebildeten Gentleman, zu dessen Ausbildung ganz selbstverständlich neben der Jagd, Sprachen und Mathematik auch die Musik gehörte. Seine außergewöhnliche Begabung auf dem Klavier nutzte er nur selten bei von ihm organisierten Wohltätigkeitskonzerten, die er regelmäßig in seinem Heimatort abhielt. Ansonsten dilletierte er auf verschiedenen Streichinstrumenten und hatte bei Dussek, Clementi und Reicha Unterricht. Er kannte die Werke von Haydn, Mozart und Beethoven, war aber auch bei seinen französischen Kollegen Berlioz, Meyerbeer, Cherubini und Auber auf dem Laufenden.

Trotzdem war ihm der Geschmack des Publikums stets wichtig, denn er hatte an seine Werke den Anspruch, dass sie ‘eine gewisse Leichtigkeit und einen populären Charakter’ haben müssten, um auch die breite Masse zu unterhalten. Doch blieb ihm die Wertschätzung fast ausschließlich von Kollegenseite vorbehalten: besonders Berlioz schätzte die Werke Onslows sehr. Auch die Deutschen fanden schnell Gefallen an den intelligenten Kompositionen des profilierten Amateurs. Doch dann begann die allgemeine Beethovenverehrung, seine Werke immer mehr aus dem Repertoire zu drängen. Zum Glück gibt es in den letzten Jahren immer wieder Bestrebungen, diesen Missstand zu beheben und Onslow aus dem Schatten der Wiener Klassiker zu befreien. Denn seine Verdienste um die Kammermusik können nicht zu hoch eingeschätzt werden, so einfallsreich und stimmig ist sein Oeuvre. So ist die geplante Serie des Trios Cascades eine vielversprechendes Unterfangen, das sicher noch so manche spannende Entdeckung verspricht. Und auch das zweite Trio der CD hält voll und ganz die Erwartungen.

Es entstand sechs Jahre nach dem Opus 14 und wartet mit einem deutlich virtuoseren Klavierpart auf, als das Vorgängerstück. Onslow stellt dabei aber auch an die beiden Streicher höchste technische Anforderungen, doch verdeckt er diese hinter herrlich gesanglichen Themen, die beseelt zu schweben scheinen. Überhaupt ist es faszinierend zu verfolgen, wie Onslow es immer wieder schafft seine Melodien elegant und geistreich fortzuspinnen, ohne dabei in banale Plattitüden zu verfallen. Die drei Musiker von Cascades verstehen es aufs Beste, die Musik Onslows sowohl mit schwereloser Eleganz als auch tiefempfundener Innerlichkeit zu präsentieren. Sie wählen dafür einen geschickten Mittelweg zwischen unterhaltender Konversationsmusik und der anspruchsvollen Tradition der Wiener Klassik. Alle Stimmen stehen gleichberechtigt in einem regen Austausch und ergänzen sich vorzüglich. Die Phrasierungen sind wunderbar harmonisch aufeinander abgepasst und alle drei scheinen gut aufeinander eingespielt zu sein. Thomas Palm meistert die perlenden Läufe ebenso geschmeidig wie kraftvoll. Dazu spielen Katrina Schulz (Violine) und Inka Ehlert (Violoncello) mit kultiviertem Ton und geschmackvollem Vibrato. Die Tempi sind meist sehr schwungvoll gewählt, was die Stücke geradezu zum Vibrieren bringt. Durch kräftige Akzente, die aber nie den natürlichen Fortgang der Sätze stören, bekommen die Werke Form und Kontur. Man kann nur hoffen, dass die nachfolgenden Einspielungen vom Trio Cascades ebenso gelungen sind, wie Folge 1 und es noch viel von Onslow zu entdecken gibt.

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