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Details zu Valentini, Roberto: Zwölf Sonaten für Blockflöte und Basso continuo
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Kritik zu Ramée: Valentini, Roberto: Zwölf Sonaten für Blockflöte und Basso continuo

Gute Neuigkeiten


Tobias Roth, 13.11.2007


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Mit der Weltersteinspielung von zwölf Sonaten für Blockflöte und Continuo von Roberto Valentino hat das junge ‘Ensemble Mediolanum’, ein 1999 gegründetes, inzwischen hochdekoriertes Trio, herrliche Musik dem Schweigen der Biblioteca Palatina in Parma entrissen und eine bemerkenswerte CD vorgelegt. Sie wurde ganz zurecht mit dem ‘Prelude Classical Music Award 2007 ‘ ausgezeichnet.

Die Werke des im englischen Leicester um 1672 geborenen Robert Valentine könnten von bösen Zungen und Anhängern eines betonten Tiefsinns als Etüden einerseits oder als bloße Tafelmusik andererseits bezeichnen werden, aber der knappe Witz dieser Sonaten ist viel zu konzentriert und konzis, um einer Tafel als gefälliger Klanggobelin unterlegt zu werden. Als wertvolle Entdeckung können hier Komponist, Kompositionen und Interpreten ohne zögern bezeichnet werden.

Robert Valentin kam 1701 nach Rom, wo er unter dem Namen Roberto Valentini Inglese bekannt wurde und bis zu seinem Tod im Jahre 1747 lebte. Er konzertierte als Geiger, Flötist und Oboist. Auch als Lehrer für Block- und Traversflöte war er tätig, und seine Neigung zur Blockflöte zeigt sich auch in dem großen Korpus an Kompositionen, die er diesem Instrument widmete: 60 Sonaten sind erhalten geblieben. Die vorliegenden Sonaten aus zwei Zyklen entstanden wohl um 1730. Es handelt sich um Stücke von entschiedenstem Dur. Das muss nicht seine Entsprechung in den Vorzeichen der Sonate haben: Ein gewisser hoher Mut hält sich auch in den Moll-Sonaten Valentinis, so wie etwas Schubert auch ein todtrauriges Dur schrieben kann. ‘Dur’ bezeichnet eher den Geist dieser Musik, der aufatmend und zuversichtlich ist, im besten Sinne kindlich und nichts weniger als kindisch.

Die Flötistin Sabine Ambos, 1978 geboren und schon Lehrbeauftragte an der Musikhochschule in Frankfurt a.M., stellt ihre Virtuosität ganz in diesen Geist. Nirgends gleitet sie in erlahmende Souveränität ab oder versucht ihre technischen Fähigkeiten vor diese Musik zu stellen. Ihr klarer, vibratoloser Ton fließt durch die Figuren und verirrt sich niemals in den Umspielungen und Trillern, die diese Musik umranken und ein hübsches Beispiel für den vielrorts greifbaren horror vacui des römischen Barock insgesamt geben. Die zahlreichen, rauschenden Verzierungen wirken nie, als seien sie brav flötistische Ausführungen eines Lehrsatzes wie der freie italienische Stil zu spielen sei, oder als seien sie tändelndes Nebenwerk: die Lebendigkeit und Bewegungsfreude von Sabine Ambos lässt es dazu nicht kommen. Sie kann mit ihrem Instrument singen, und dabei die vielen Register und Nuancen zwischen Grave und Vivace brillant und lebendig zum Ausdruck bringen, ausspielen. Der basso continuo trägt sie dabei, als bestünde er nur aus einem Instrument. Unter den Sprüngen der zwitschernden Flöte schlägt die trockene Poesie des Lautenzugs im Cembalo (Wiebke Weidanz) neben dem solide begleitenden Cello (Felix Koch). Mit einem Wort: Das Trio spielt vorzüglich zusammen.

Diese Aufnahme wird wohl die Gesichter derer, die die Blockflöte nicht als vollwertiges Instrument schätzen, sondern als Folterinstrument fürchten, gehörig verändern: Den Blockflötenbelächlern wird das Kinn herunterfallen vor Staunen und den von der Blockflöte Gelangweilten wird ein aufmerkendes Lächeln auf die Lippen geschrieben werden.

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