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Donnerstag, 11. Februar 2016

Debussy, Claude - Sämtliche Werke für Klavier

Großartige Gesamtleistung


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Pianist Jean-Efflam Bavouzet legt eine eindrucksvolle Gesamtaufnahme der Soloklavierwerke Claude Debussys in fünf Teilen vor.

Es ist eine Freude, am Ende dieses Jahres noch eine herausragende Edition mit Kompositionen Claude Debussys besprechen zu können – beging man doch 2012 immerhin den 150. Geburtstag des französischen Komponisten, was sich auf dem Plattenmarkt durch eine Vielzahl von Veröffentlichungen, zumeist dem Klaviersektor gewidmet, niedergeschlagen hat. Aus diesen ragt die bei Chandos veröffentlichte Gesamtaufnahme der Solowerke für Klavier durch den französischen Pianisten Jean-Efflam Bavouzet aufgrund ihrer außerordentlichen Qualität besonders hervor. Eine Kartonbox mit fünf CDs, zwischen 2006 und 2010 eingespielt, erwartet den Käufer: Für jede einzelne Platte hat Roger Nichols eine knappe, aber informative Einführung von vier Seiten Umfang verfasst; ihr folgen zusätzliche Anmerkungen Bavouzets, die sich vor allem mit der pianistische Annäherungen an dieses gewichtige Œuvre von Klaviermusik befassen und auch die wohl durchdachte Anordnung der einzelnen Kompositionen innerhalb der Edition in den Blick nehmen.

Die gedankliche Tiefe, die sich hier andeutet – sie hebt sich erfrischend ab von so mancherlei Kommentar aus Interpretenmund, der sonst seinen Weg ins Innere von CD-Booklets findet –, wird durch die Aufnahme selbst bestätigt: Bavouzet strebt bei seiner Wiedergabe einerseits danach, die strukturellen Grundlagen der Musik – etwa die Qualitäten von Intervallen und Akkordverbindungen, die spezifische Konstruktion Debussy’scher Melodielinien oder auch die (oft versteckte) Arbeit mit rhythmischen Impulsen – auszuleuchten und mittels differenzierter Klanggebung zu unterstützen, während er andererseits seinem Vortrag immer wieder eine Art narrative Haltung verleiht. So hat man beispielsweise bei frühen Werken wie der 'Ballade' (1890/1903), bei den Einzelstücken der 'Préludes', bei den übermütigen Miniaturen aus 'Children’s Corner' oder sogar bei den späten 'Études' immer wieder das Gefühl, als Hörer der Erzählung kleiner, brillant vorgetragener Geschichten und Anekdoten beizuwohnen.

Fesselnd ist die Meisterschaft, die Bavouzet in solch unterschiedlichen Kontexten bei der Umsetzung pianistischer Aufgabenstellungen an den Tag legt: So schichtet er die immer wieder auftauchenden polyphonen Überlagerungen – etwa in 'Les sons et les parfums tournent dans l’air du soire' ('Préludes', I, Nr. 4) oder in einzelnen Sätzen der 'Images' – zu transparenten Klanggebilden mit starker Tiefenwirkung. Er streichelt aber auch in 'Des pas sour a neige' ('Préludes', I, Nr. 6) mit einer Mischung aus Behutsamkeit und Intensität die Klänge aus dem Klavier heraus und weiß, wie in 'La Cathédrale engloutie' ('Préludes', I, Nr. 10), die Klangwirkungen durch den Pedalgebrauch einzufärben und abzuschattieren oder – wie im 'Prélude' der 'Suite bergamasque', die Klanggestaltung mit einer an der melodischen Entfaltung orientierten Agogik zu verbinden. Plastisch und klangvoll wirkt Bavouzets Spiel an anderen Stellen aufgrund von präziser, obgleich oftmals doch nur leicht getupfter Artikulation, so bei den ins Herbe gewendeten Habanera-Klängen von 'La puerta del Vino' ('Préludes', II, Nr. 3) oder beim eher zupackenden Zugriff auf humoristische Stücke wie 'General Lavine – excentric –' ('Préludes', II, Nr. 6), in denen er trotz pointierten Spiels nie den Bezug zur Klanggebung verliert.

Dass Bavouzet niemals die intelligente Doppelbödigkeit von Debussys Musik aus den Augen verliert, sondern ihr in den hintergründigen Stücken aus 'Childrens Corner' ebenso seine Reverenz erweist wie beim fast schon szenisch ausgestalteten Serenadenton von 'La sérénade interrompue' ('Préludes', I, Nr. 9), gehört gleichfalls zu seinen unbestreitbaren Stärken. All dies wird untersützt durch die außergewöhnlich gute Klangqualität der gesamten Edition, die sich durch einen ausgeglichenen Klavierklang von großer Präsenz auszeichnet und räumlicher Tiefe. Schön ist auch, dass die Veröffentlichung späte Stücke wie 'Les soirs illuminés par l’ardeur du charbon' (1917) enthält, die noch in so manch anderer Gesamtaufnahme der Werke für Klavier zu zwei Händen fehlen. Und positiv ist schließlich, dass Bavouzet auf der letzten CD drei Ballettmusiken Debussys in den Klavierversionen eingespielt hat, die – gerade beim Vergleich mit den Orchesterfassungen – viel über das Denken des Komponisten in Farben verraten. Wenn man nach alldem noch etwas vermisst, so sind es die vierhändigen Werke an einem oder zwei Klavieren (etwa 'En blanc et noir') in einer vergleichbaren interpretatorischen Qualität – aber man kann ja leider nicht alles haben.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Debussy, Claude: Sämtliche Werke für Klavier

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Chandos
5
01.10.2012
EAN:

095115174326


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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