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Mittwoch, 16. April 2014

Fleming, Rene - Pomes

Lichtdurchflutete franzsische Lieder


Label/Verlag: Decca
Detailinformationen zur Platte


Rene Fleming interpretiert mit schlanker und doch expressiver Stimmfhrung Lieder von Ravel, Messiaen und Dutilleux. Dirigent Alan Gilbert ist dabei mageblich an der transparenten und uerst hrenswerten Gestaltung beteiligt.

Renée Fleming bezaubert wieder mit einer neuen CD. Unter dem Titel ‚Poèmes‘ finden sich Werke von Maurice Ravel, Olivier Messiaen und Henri Dutilleux. In Begleitung des Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Alan Gilbert führt die Sopranistin den Hörer mit Maurice Ravels 'Shérérazade' behutsam in die Welt der französischen Lieder ein. Fleming und das Orchester musizieren die melodienreichen drei Lieder wundervoll leicht, transparent und doch klangstark. Trumpfte die Fleming in den letzten Jahren immer wieder mit einer Gestaltung auf, die in ihrer Klangbreite und Schwere und mit ihren Manierismen jedem Werk einen untrüglichen persönlichen Stempel aufdrückte, bezaubert sie nun wieder mit der Feinheit der Phrasierung, einer schlanken Stimmführung und einer klaren Diktion, die das Vertrauen zur Musik hörbar macht und außerdem das ganze Können der Sängerin aufscheinen lässt. Da Alan Gilbert das Orchester ebenso lichtdurchflutet durch die Partitur führt, wird die vorliegende Interpretation zu einem besonderen Meilenstein.

Bis in die Gegenwart

Ravels bekanntem Werk folgt Messiaens 'Poèmes pour Mi'. Wie Renée Fleming in dem Vorwort im Booklet der CD feststellt, fanden Alan Gilbert und sie die ‚luminosity‘, die man mit dem Werk Messiaens assoziiert. Schon diese Aussage zeigt, was sich beim Hören der neun Lieder bestätigt. Zwei Künstler stellen sich voll und ganz in den Dienst des Werkes und präsentieren Messiaen, wie es besser kaum denkbar ist. Selbst den Hörer, der der Musik des 20. Jahrhunderts nicht besonders aufgeschlossen gegenübersteht, dürfte diese Interpretation, die einerseits das süffig-eingängige der Lieder und andererseits die lichte Durchlässigkeit, kurz: die Schönheit dieser Musik in den Mittelpunkt des Geschehens stellt, vollständig überzeugen.

Mit 'Deux Sonnets de Jean Cassou' und 'Le Temps l’horloge' von Henri Dutilleux ist das Programm schließlich im 21. Jahrhundert angekommen. Die 'Temps l’horloge' brachte Renée Fleming unter der Leitung von Seiji Ozawa, der auch in der vorliegenden Aufnahme das Orchestre National de France durch das Werk führt, am 3. Mai 2009 zur Uraufführung in Paris. Die schlanke Stimmführung wird hier zugunsten der Expressivität und eines teils durchscheinenden Sprechgesangs hinten angestellt. Die Eindringlichkeit und Intensität der Werke bewegt den Hörer und der musikalische Anknüpfungspunkt an den nur 10 Jahre früher geborenen Messiaen ist mit Händen zu greifen.

Flemings Sopran ist in diesen Aufnahmen auf dem Höhepunkt der expressiven Flexibilität und besonders die Werke von Ravel und Messiaen sind klangschöner und inniger kaum denkbar. Wer sich also auf eine Entdeckungsreise in das Reich des französischen Liedes begeben und dabei nicht nur ‚alte Bekannte‘ hören möchte, ist mit dieser CD bestens beraten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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