> > > Telemann, Georg Philipp: Arien aus der Oper
Mittwoch, 16. April 2014

Telemann, Georg Philipp - Arien aus der Oper

Geflliger Telemann


Label/Verlag: Sony Classical
Detailinformationen zur Platte


Eine auf Sicherheit bauende Interpretation trifft mit nicht sehr herausragenden Arien zusammen. Das Ergebnis ist gefllig, aber leider nicht packend.

Georg Philipp Telemann hinterließ ein gewaltiges Œuvre mit über 3600 Kompositionen. Er komponierte schnell und viel und war in der Lage, diverse Stile zu bedienen. Französische Tanzsätze flossen ebenso aus seiner Feder wie italienisch angehauchte Sonaten und Konzerte. Und doch bewahrte er sich seine persönliche Musiksprache. In der vorliegenden CD widmet sich die junge Sopranistin Nuria Rial Opernarien des Komponisten. Und abgesehen von aller wunderbarer Musikalität und großer Sorgfalt, mit welcher die Werke eingespielt wurden, muss man doch sagen: Telemanns Opernarien bleiben Geschmackssache. Sicherlich ist hier eine Bandbreite an Kompositionen zu hören, die bemerkenswert ist. Doch an den zwingenden Ausdruck und die betörende Schönheit anderer Barockkomponisten, wie zum Beispiel an das Arien-Werk Händels oder Vivaldis, reichen diese Kleinode nicht heran.

Stilsichere Interpretation von nicht sehr spannenden Arien

Die Zusammenstellung eröffnet mit Agrippinas Arie 'Komm, o Schlaf, und lass mein Leid' aus 'Germanicus' und steigert sich dann im Ausdruck und in den Anforderungen an die Interpretin mit Rezitativ und Arie der Emma 'Erscheine bald du Irrlicht meiner Seele' aus 'Emma und Eginhard'. Die folgenden Ausschnitte aus 'Der geduldige Sokrates', 'Der neumodische Liebhaber Damon' und 'Der unglückliche Alcmeon' bleiben im Ausdrucksambitus der ersten beiden Werke: Es sind eingängige, gefällige Arien und Lieder, wunderbar textverständlich und stilistisch sicher interpretiert. Die Stimme der jungen Sopranistin hat eine eigene, gefällige Farbe und ist technisch sehr sauber geführt. Nuria Rial beweist gerade mit der Auswahl dieser Arien ein untrügliches Gespür für die feine, leise und intensive Gestaltung. Sie hinterlässt Eindruck, jedoch lernt der Hörer erst mit der letzten Arie der Zusammenstellung, 'Meine Tränen werden Wellen' aus 'Der geduldige Sokrates' das Können der Sängerin wirklich schätzen. Denn erst hier gibt es die Möglichkeit, Koloratursicherheit unter Beweis zu stellen und sie mit einer klugen und fesselnden, ganzheitlichen Interpretation zu verknüpfen. Die klare, helle Stimme der Rial ist zu keinem Zeitpunkt forciert, bleibt immer innerhalb ihrer Möglichkeiten. Leider gelingen dadurch auch inhaltlich dramatisch gemeinte Phrasen nicht wirklich packend.

Nuria Rial wird vom Kammerorchester Basel und Julia Schröder an der Solovioline behutsam und feinfühlig begleitet. Das Arien-Programm wird noch durch zwei als Ouvertüren verwendete Violinkonzerte unterschiedlichen Ausdrucks ergänzt. Obwohl hier eine sehr intelligent interpretierte CD vorliegt, die durchaus schön zu hören ist, hält sich die Begeisterung aufgrund der Werkauswahl leider in Grenzen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Weitere CD-Besprechungen von Silke Meier-Knzel:

  • Zur Plattenkritik... Musikalische Schauergeschichte: Eine bekannte Geschichte, die fesselnde Musik von Gordon Getty und ein homogenes Sngerensemble machen 'Usher House' hrenswert. Weiter...
    (Silke Meier-Knzel, 09.01.2014)
  • Zur Plattenkritik... Zurck an der Scala: Nach 55 Jahren gibt es eine Neuproduktion von Brittens 'Peter Grimes' an der Scala. Hervorragende Snger, ein sensibles Dirigat und das genaue szenische Ausloten der Partitur machen diese DVD absolut sehenswert. Weiter...
    (Silke Meier-Knzel, 01.09.2013)
  • Zur Plattenkritik... Mit Leib und Seele: Ute Lemper deutet Lieder von Kurt Weill, Hanns Eisler, Michael Emer, Astor Piazzolla, Chava Alberstein und Jacques Brel mit der ihr eigenen Drastik. Weiter...
    (Silke Meier-Knzel, 12.08.2013)
blättern

Alle Kritiken von Silke Meier-Knzel...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Plattenkritik... Immer weiter: Wer kennt Delphin Strunck? Oder seinen Sohn Nicolaus Adam? Zumindest das Orgelwerk von Vater und Sohn kann man hier hren, wunderbar gespielt von Friedhelm Flamme. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, 16.04.2014)
  • Zur Plattenkritik... Guldas musikalischer Riesenspa: Zwei Konzerte Guldas in seiner eigenen Interpretation. Der Ton ist leider nur mig, aber Gulda in Aktion ist immer ein Erlebnis. Weiter...
    (Jan Kampmeier, 16.04.2014)
  • Zur Plattenkritik... Mhsam: Arthaus verffentlicht Michael Hampes etwas unbefriedigende Schwetzinger Inszenierung von Claudio Monteverdis 'L'Incoronazione di Poppea'. Weiter...
    (Dr. Stefan Drees, 15.04.2014)
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

harmonia mundi magazin (4/2014) herunterladen (1631 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (3/2014) herunterladen (3968 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Carles & Sofia im Portrait "Als Duo muss man Musik in der gleichen Art und Weise denken"
Sofia Cabruja und Carles Lama ber Herausforderungen und Mglichkeiten des vierhndigen Klavierspiels

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich

FBO: Schumann pur (Stuttgart)