> > > Telemann, Georg Philipp: Arien aus der Oper
Samstag, 23. August 2014

Telemann, Georg Philipp - Arien aus der Oper

Geflliger Telemann


Label/Verlag: Sony Classical
Detailinformationen zur Platte


Eine auf Sicherheit bauende Interpretation trifft mit nicht sehr herausragenden Arien zusammen. Das Ergebnis ist gefllig, aber leider nicht packend.

Georg Philipp Telemann hinterließ ein gewaltiges Œuvre mit über 3600 Kompositionen. Er komponierte schnell und viel und war in der Lage, diverse Stile zu bedienen. Französische Tanzsätze flossen ebenso aus seiner Feder wie italienisch angehauchte Sonaten und Konzerte. Und doch bewahrte er sich seine persönliche Musiksprache. In der vorliegenden CD widmet sich die junge Sopranistin Nuria Rial Opernarien des Komponisten. Und abgesehen von aller wunderbarer Musikalität und großer Sorgfalt, mit welcher die Werke eingespielt wurden, muss man doch sagen: Telemanns Opernarien bleiben Geschmackssache. Sicherlich ist hier eine Bandbreite an Kompositionen zu hören, die bemerkenswert ist. Doch an den zwingenden Ausdruck und die betörende Schönheit anderer Barockkomponisten, wie zum Beispiel an das Arien-Werk Händels oder Vivaldis, reichen diese Kleinode nicht heran.

Stilsichere Interpretation von nicht sehr spannenden Arien

Die Zusammenstellung eröffnet mit Agrippinas Arie 'Komm, o Schlaf, und lass mein Leid' aus 'Germanicus' und steigert sich dann im Ausdruck und in den Anforderungen an die Interpretin mit Rezitativ und Arie der Emma 'Erscheine bald du Irrlicht meiner Seele' aus 'Emma und Eginhard'. Die folgenden Ausschnitte aus 'Der geduldige Sokrates', 'Der neumodische Liebhaber Damon' und 'Der unglückliche Alcmeon' bleiben im Ausdrucksambitus der ersten beiden Werke: Es sind eingängige, gefällige Arien und Lieder, wunderbar textverständlich und stilistisch sicher interpretiert. Die Stimme der jungen Sopranistin hat eine eigene, gefällige Farbe und ist technisch sehr sauber geführt. Nuria Rial beweist gerade mit der Auswahl dieser Arien ein untrügliches Gespür für die feine, leise und intensive Gestaltung. Sie hinterlässt Eindruck, jedoch lernt der Hörer erst mit der letzten Arie der Zusammenstellung, 'Meine Tränen werden Wellen' aus 'Der geduldige Sokrates' das Können der Sängerin wirklich schätzen. Denn erst hier gibt es die Möglichkeit, Koloratursicherheit unter Beweis zu stellen und sie mit einer klugen und fesselnden, ganzheitlichen Interpretation zu verknüpfen. Die klare, helle Stimme der Rial ist zu keinem Zeitpunkt forciert, bleibt immer innerhalb ihrer Möglichkeiten. Leider gelingen dadurch auch inhaltlich dramatisch gemeinte Phrasen nicht wirklich packend.

Nuria Rial wird vom Kammerorchester Basel und Julia Schröder an der Solovioline behutsam und feinfühlig begleitet. Das Arien-Programm wird noch durch zwei als Ouvertüren verwendete Violinkonzerte unterschiedlichen Ausdrucks ergänzt. Obwohl hier eine sehr intelligent interpretierte CD vorliegt, die durchaus schön zu hören ist, hält sich die Begeisterung aufgrund der Werkauswahl leider in Grenzen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
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