Römischer Geigenbauer im Verdacht
Guarneri Geige im Wert von 800.000 Euro verschwunden
Rom, 30.10.2012. Wie die italienische Zeitung "il massagero" berichtet, steht der italienisch-schweizerische Geigenbauer Claude Lebet im Verdacht, ihm anvertraute Meistergeigen illegal weiter verkauft zu haben. Unter den Instrumenten soll sich eine Guarneri im Wert von 800.000 Euro befinden, die 1734 in Venedig gebaut wurde. Auch eine Guadagnini Geige im Wert von mehr als einer Million Euro ist verschwunden. Und auch die Geige, auf der Paganini als Kind gespielt hat, soll laut Behörden mit Hilfe von Lebet heimlich ins Ausland gebracht worden sein.
In dem Geschäft des italienischen Geigenbauers und Gutachters sind in den letzten drei Jahren den Angaben zufolge mindestens 15 Instrumente verschwunden. Das ist nicht das erste Vergehen, dessen Lebet beschuldigt wurde. So war er im vergangenen Jahr bereits für eine ähnliche Straftat von der Schweizer Justiz verurteilt worden.
Claude Lebet studierte in der Geigenbauschule in Cremona. Er restauriert alle Arten von Streichinstrumenten und fertigt Kopien von Geigen nach dem Bauprinzip der alten Meister Stradivari, Guarneri, Guadanini, Amati und anderen. Seine Instrumente werden von Antonio Menseses, Nikolaj Znaider, Antonio Salvatore, sowie von den Konzertmeistern des Berner Orchesters, des Münchner Orchesters und des Hessischen Rundfunks gespielt. Außerdem ist er Autor von Büchern zum Geigenbau.
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