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Donnerstag, 23. Oktober 2014

Robert Schumann

Klavierkonzert

Der Pianist ist in Schumanns Klavierkonzert nicht nur Solist, sondern ebenso Orchestermusiker. Aus dem klassischen Gegenber wird ein Miteinander, das wenig Platz fr virtuose Eitelkeiten lt. Die wichtige Rolle des Orchesters erweitert das Klavierkonzert ins Sinfonische und damit erhielt die Gattung einen entscheidenden Impuls fr die Zukunft.


Am 13. August 1841 probte das Leipziger Gewandhausorchester ein Allegro affettuoso fr Pianoforte mit Begleitung des Orchesters op. 48 - ein Werk Robert Schumanns, das nach grndlicher Umgestaltung zum ersten Satz seines Klavierkonzerts op. 54 wurde, whrend wir als op. 48 heute den bekannten Liederzyklus Dichterliebe kennen. Jene Probe, mit Clara Schumann am Klavier, diente dem Komponisten vor allem zur berprfung seiner Instrumentation, denn hier mangelte es noch an Erfahrung und wie wir aus Claras Tagebucheintrgen wissen, wurde dann auch hie und da noch ein Horn oder ein Fagott weggenommen. Diese Frhfassung des Allegro affettuoso war im Mai 1841 komponiert worden und wurde bis 1845 nicht weniger als dreimal berarbeitet. Schumann tat sich schwer mit seinem ersten Werk fr Klavier und Orchester. Schon whrend der Konzeption seiner ersten Kompositionen dachte er an eine Orchesterbegleitung, so zum Beispiel bei den Abegg-Variationen op.1 (von 1830). Hierzu finden sich ebenso Skizzen wie zu einem Conzert in Es-, einem Klavierkonzert in F- sowie zu einem Concerto in B-Dur. Zu einem greren Fragment brachte es Schumann in einem Concertsatz fr Pianoforte, aber auch dieser Versuch blieb liegen. Diese Arbeiten belegen Schumanns Wunsch und Streben nach einem Konzert, brachten dem Komponisten aber statt eines fertigen Werkes schlielich eine wichtige Erkenntnis: ... ich kann kein Konzert schreiben fr den Virtuosen; ich mu auf etwas andres sinnen. Diese Zeilen an Clara schrieb Schumann im Januar 1839, zwei Jahre spter beendete er seine erste Komposition fr Klavier und Orchester, eben jenes Allegro affettuoso, das er auch als Phantasie bezeichnete. Und in der Tat: Der Klavierpart war ausgesprochen unvirtuos! Erst mit den folgenden berarbeitungen, an denen Clara als Ratgeberin sicherlich beteiligt war, stiegen die Anforderungen an den Pianisten, wurde die Durchfhrung wesentlich verndert sowie die Kadenz verlngert, wobei die Virtuositt dann doch eine gewisse Bedeutung gewann, dabei aber immer im Dienste der Musik stehend. Die Urfassung der Phantasie, heute verffentlicht in der Studienpartitur-Reihe der Edition Eulenburg, bot Schumann mehreren Verlegern an - hatte aber keinen Erfolg. Auch der Verlag Breitkopf & Hrtel lehnte zunchst ab, schlug dem Komponisten dann aber die Ergnzung eines zweiten und dritten Satzes vor. Der Verleger, immer die Wirtschaftlichkeit im Auge, wute natrlich, dass ein dreistziges Klavierkonzert auf dem Musikmarkt mehr Gewicht hatte als eine einstzige Phantasie. Schumann willigte ein und erst jetzt erhielt das Konzert seine heutige Gestalt. Dabei gestaltete der Komponist zwar eine klassische Groform, also eine Dreistzigkeit mit einem langsamen Satz in der Mitte, gab aber den einzelnen Stzen ein sehr persnliches, ein romantisches Geprge.

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